Der Unterschied zwischen Beziehung und Partnerschaft

Das Zusammenleben in einer Partnerschaft kann besonders schön, harmonisch, geborgen, leidenschaftlich und lebendig sein, ist aber auch besonders komplex. Wir betrachten nachstehend einige Aspekte zur Kommunikation innerhalb einer Partnerschaft.

Ausstrahlung und Resonanz

Wenn zwei Menschen sich finden, geschieht das nicht willkürlich, sondern hängt auch mit dem Gesetz der Resonanz zusammen. D.h. die eigene Ausstrahlung steht in Resonanz zu der des anderen.

Ausstrahlung und Resonanz kann man mit dem Konzept des CB-Funk vergleichen, mit dem sich Lastwagenfahrer oft unterhalten.

Z.B. schickt ein Fahrer auf der A57 eine Funknachricht los, dass in einer Abfahrt ein Fahrzeug liegengeblieben ist und die Autobahnabfahrt nun gesperrt ist. Diese Nachricht verbreitet sich per Funk in alle Richtungen und auf alle Autobahnen. Das ist die Ausstrahlung.

Viele Lastwagenfahrer bekommen die Nachricht, aber nur ein Fahrer antwortet darauf und bedankt sich für die Info, weil er die gleiche Ausfahrt nehmen wollte. D.h. genau dieser Fahrer stehen in Resonanz zu der Nachricht, alle anderen Fahrer nicht. Im Beispiel beruht die Resonanz auf einer Blockade, denn die Ausfahrt ist ja gesperrt. Das Kennenlernen von Liebenden funktioniert genauso.

Es könnten sich auch 3 andere Fahrer auf die Nachricht gemeldet haben, weil sie an der Aussprache und dem Dialekt erkannt haben, dass der 1. Fahrer aus der gleichen Region kommt wie sie selbst. Auch hier wäre dann eine entsprechende Resonanz vorhanden. Sie würden sich vielleicht über den lokalen Fußballverein, Kneipen oder sonst was lokales unterhalten oder einfach nur Witze machen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Kommunikation frei ist. Sowohl im ersten als auch im zweiten Fall könnten die Fahrer endlos über irgendwas reden.

Energetische Kabel

Ein energetisches Kabel ist wie ein echtes Kabel, nur dass es nicht aus Kupfer ist. Durch dieses Kabel fließt Energie. Diese Kabel gibt es zwischen Menschen und zwischen Menschen und Organisationen.

Wenn Kabel zwischen Menschen liegen, wird die Kommunikation automatisch über diese Kabel geleitet, ohne dass die Menschen darauf Einfluss haben.

Ein Bild hierzu könnte sein, dass man mit dem Auto über Landstraßen fährt von einem Örtchen zum nächsten, so wie man bei einer Unterhaltung von „Hölzken auf Stöcksken“ kommt.

Im Alltag hat man es aber immer eilig und so fährt man sofort auf die Autobahn. Die Autobahn ist aber nicht frei. Sie ist gebahnt. Man kann nicht einfach anhalten oder gar umdrehen. Es gibt auch nur bestimmte Ausfahrten von der Autobahn.

Was also in einer lockeren Unterhaltung begonnen hat, führt zu einer „gebahnten“ Kommunikation über Kabel bzw. Autobahnen. Es gibt einen Trichter an Themen, die automatisch auf Autobahn 1 führen, einen anderen Trichter an Themen für Autobahn 3, 5, 7 usw.

Da es nur bestimmte Abfahrten gibt, führt die anfangs lockere Unterhaltung quasi zwangsläufig zu den gleichen Endpunkten. Leider sind das oft Streitpunkte, wo sich die Partner uneinig sind. Es sind oft Streitpunkte, weil diese Kabel in der Regel über spezifische Beschränkungen in der Aura fixiert sind, die man sich gegenseitig reingedrückt hat.

Damit ist die Kommunikation nicht mehr frei. Es fällt schwer, sich locker zu unterhalten, weil am Ende immer der gleiche Streit steht, obwohl man das gar nicht möchte. Manche Themen werden komplett gemieden, was es nicht besser macht.

„Du hörst mir nicht zu“, gehört auch in diesen Bereich. Die Kommunikation ist schon an der Autobahnausfahrt angekommen, bevor der Satz zu ende gesprochen wurde. D.h. der Inhalt der Aussage ist so klein im Vergleich zur Stärke des energetischen Kabels, dass er quasi automatisch überhört wird. Das wird dann oft als Desinteresse interpretiert, obwohl dies nicht so ist.

Die Entstehung von energetischen Kabeln

Ein typisches Muster für die Entstehung von Kabeln ist, dass einer der Partner einen Energie-Mangel in einem bestimmten Bereich hat, also eine energetische Blockade bzw. Beschränkung.

Das kann z.B. ein Loch sein, was sich in dem Gefühl von Einsamkeit äußert, oder in dem Gefühl, nicht genug zu sein (mangelnde Selbstliebe).

In der ersten Zeit einer Partnerschaft erhält dieser Partner dann viel Zuneigung und Aufmerksamkeiten, d.h. Energie fließt ihm/ihr zu und es entsteht das temporäre Gefühl, doch genug zu sein.

Das Gefühl ist schön, und das möchte man natürlich immer haben. Unterbewusst legt man ein Kabel zu seinem Partner, damit hier immer die Energie fließt. Man fühlt sich in der Gegenwart des Partners geborgen. Ist er/sie nicht da, fehlt auf einmal ganz viel. Man ist unsicher, Entscheidungen zu treffen oder fühlt sich einfach nur einsam und unvollständig.

In der Regel sind diese Kabel wechselseitig. D.h. beide Partner legen Kabel zueinander für unterschiedliche oder gleiche Bereiche. Es kann auch ein Gefälle vorhanden sein vom einen zum anderen.

Aufgabenverteilung

Ein weiteres typisches Muster für Kabel sind Aufgabenverteilungen und dadurch entstehende Abhängigkeiten.

Am Anfang eines energetischen Kabels steht eine Überlagerung: „Ach, Du machst immer so leckeren Kaffee. Magst Du nicht einen kochen? Du machst das viel besser als ich“.

„Aber gerne, mein Schatz.“ Damit ist ein kleines Kabel gelegt und ab dann ist man für den Kaffee zuständig. Dann bist Du der Kaffeekocher.

Als nächstes legst Du Deinem Partner ein Kabel, indem Du eine Aufgabe für ihn/sie hast, an die Du Deinen Partner natürlich liebevoll heranführst.

Auf diese Weise entstehen Aufgabenverteilungen, welche nach Jahren dazu führen, dass man nicht mehr selbständig ist, sondern sich abhängig fühlt und abhängig ist. Gewisse eigene Bereiche verkümmern. Es kommt zu Verknotungen.

Beispiele wären hier, dass ein Partner für wichtige Entscheidungen zuständig ist (Bewusstseins-Ebene der Lebenssteuerung), einer übernimmt die Auswahl der Kleidung (Kreativität), einer ist für Bespaßung zuständig (inneres Kind) usw.

Gemeinsam funktioniert man ganz gut, weil verschiedene Bewusstseinsebenen ja über die Kabel verbunden sind. Man wird trotzdem quasi zum Krüppel.

Betrachtet man ältere Ehepaare, die schon Ewigkeiten zusammen sind, und in einer klassischen Beziehung leben, dann sehen die oft sogar fast gleich aus, wie Geschwister. So haben sie sich aufeinander angepasst. Beim Autofahren schaut der eine links der andere rechts aus dem Fenster.

Das Kreuz der Erwartungen

Grundsätzlich ist eine Aufgabenverteilung sinnvoll.

So hat jeder ja auch unterschiedliche Interessen  und Fähigkeiten und es gibt die Unterschiede in der Wahrnehmung durch das Geschlecht.

Kleine Geschenke, Gefallen und Aufmerksamkeiten sind natürlich auch sehr schön, wenn man sie gibt und erhält. Das Problem sind die Erwartungen.

Mit der Aufgabenverteilung und den Kabeln entstehen Erwartungshaltungen, die Konfliktpotential bergen. So ist die Fließrichtung der Energie immer in Richtung des Begünstigten, also zum Kaffee-Trinker. Der Kaffeekocher bekommt Energie abgezogen.

Für den Begünstigten fühlt sich mehr Kraft immer gut an und es entsteht die Erwartung, diese Energie immer zu erhalten, wenn man sie sich wünscht. Wenn derjenige, der den Gefallen erledigt, den Energie-Raub nicht will und nicht gibt, bleibt der Energiemangel und das damit verbundene, schlechte Gefühl bestehen.

Zusätzlich entsteht ein Ohnmachtsgefühl, d.h. eine Opferdose, eine zusätzliche Beschränkung, weil man seinen Wunsch nicht erfüllt bekommt und ihn nicht durchsetzen kann. Der unterbewusste Versuch, diese Opferdose aufzubrechen heißt im Volksmund „Streit“. Bleibt die Opferdose bestehen, so führt sie zu weiterer Isolation und dem Gefühl der Frustration.

Abhängigkeit besteht auch dann, wenn man sich nur in Gegenwart und mit der Energie des Partners geborgen fühlt. D.h. ein vorhandener Energiemangel wie z.B. das Gefühl, nicht genug zu sein, d.h. mangelnde Selbstliebe, durch den Partner ausgeglichen werden soll. Dies führt zu der Erwartung, dass der Partner immer seine Energie gibt, z.B. in Form von Aufmerksamkeiten, Zeit, Gefallen usw.

Die Abhängigkeit äußert sich häufig darin, dass man sich alleine unvollständig fühlt. Das führt zu Stress und ist häufig noch mit Ängsten verbunden, alleine zu sein, oder wenn man Aufgaben erledigen soll, die sonst immer der andere macht und wo die eigenen Fähigkeiten nicht genug entwickelt oder verkümmert sind.

Glückliche Partnerschaft

Wenngleich eine Partnerschaft noch viele weitere Facetten hat, so ist das Auflösen der eigenen Beschränkungen ein sehr wichtiger und ein erster Schritt zu einer glücklichen Partnerschaft. Löse ich die eigenen Beschränkungen auf, so verschwindet z.B. das Gefühl von Einsamkeit oder das Gefühl, nicht genug zu sein. Dann ist keine Erwartung an den Partner notwendig, Energie zu erhalten. Ich bin mir selbst genug. Ich bin geborgen bei und mit mir selbst. Es gibt keine Abhängigkeit vom Partner, sich gut zu fühlen.

Was danach übrig bleibt, ist die Liebe zum Partner. Die Freude an seiner/ihrer Gesellschaft. Die Freude, ihm oder ihr Aufmerksamkeit zu schenken, anstatt dem Gefühl der Verpflichtung oder der Erwartung und Einforderung. Wärme von Herz zu Herz. Lebendige und ergebnisoffene Gespräche. Gegenseitiges Helfen mit dem Wohl des anderen im Fokus. Bereichernde, gemeinsame Erlebnisse. Eine glückliche Partnerschaft.

Hat man die eigene mentale Entwicklung im Fokus, so ist es ein Ziel, alle Bewusstseinsebenen zu entwickeln, sie gleichmäßig auszuprägen und beschränkungsfrei zu sein. Abhängigkeit steht dem entgegen. Das eigene Glück muss nicht von einem anderen Menschen abhängen. Vielmehr darf das eigene Glück durch die Liebe und die Partnerschaft mit einem anderen Menschen noch viel größer werden.

Es führt nicht zu Glück, wenn man versucht, den eigenen, löchrigen Becher durch Schweißtropfen eines anderen zu füllen. Wenn aber das eigene Glas voll ist und so überläuft, dass es ein ganzes Schwimmbad füllt, werden beide darin glücklich planschen.

Lernpunkte

Ausstrahlung funktioniert wie CB-Funk, sie geht in alle Richtungen und zu jedem. Jeder bekommt sie mit, aber nur einige stehen in Resonanz zu ihr. Die Kommunikation ist frei.

Es gibt energetische Kabel zwischen Menschen, insbesondere in Partnerschaften und Familien.

Liegen energetische Kabel, so verläuft die Kommunikation automatisch über diese Kabel, ob man will oder nicht. Der inhaltliche Teil von „Du hörst mir nicht zu“ geht damit automatisch unter.

Kommunikation wird entlang der Kabel gebahnt, ist nicht frei und endet oft an den gleichen End- bzw. Streitpunkten.

Kabel werden unterbewusst gelegt, um eigene Energiemängel auszugleichen.

Kabel entstehen auch durch Überlagerung und Aufgabenverteilung. Im Rahmen der Aufgabenverteilung kann es dazu führen, dass eigene Fähigkeiten und damit Bewusstseinsebenen verkümmern.

Abhängigkeiten entstehen durch den Energiefluss des einen Partners zum anderen. Durch temporären Ausgleich eines Mangels entstehen Gefühle wie Geborgenheit und Sicherheit.

Ist der Partner nicht da und fließt die Energie nicht zu, fühlt man sich unvollständig und ist unvollständig. Die Folge davon ist eine Erwartungshaltung an den Partner, seine/ihre Energie immer fließen zu lassen.

Verweigert sich der Partner, seine Energie zu geben, bleiben die schlechten Gefühle und die Unvollständigkeit bestehen. Zusätzlich entstehen Ohnmachtsgefühle bzw. Opferdosen, welche zu Streit oder weiterer Isolation und Frustration führen und bestehende Beschränkungen vergrößern.

Eine glückliche Partnerschaft entsteht, wenn eigene Beschränkungen aufgelöst werden und darüber die eigene Energie so steigt, dass man dem Partner aus der eigenen Fülle heraus und von Herzen gibt und auf die gleichen Weise bekommt, ohne die Energie einzufordern.